Die studentische Kneipe im Südkiez

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Neue Heimat Moabit e.V.Die alternative, studentische Kneipe Neue Heimat Moabit e.V. befindet sich im Südkiez Moabits. Sie möchte ein Angebot für die Menschen in Moabit schaffen und ihr Quartier dadurch attraktiver machen. Es handelt sich dabei um eine, von mehreren Leuten gemeinsam geführte Einrichtung, bei der jeder die anfallenden Aufgaben übernimmt. Im Vordergrund steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Selbstverwirklichung in Form von kulturellen Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerten oder dem Poetry Slam.

Seitens der Betreiber besteht ein sehr hohes Identifikationspotenzial mit der Umgebung. Sie verspüren den Wunsch, sich explizit für ihren Kiez zu engagieren und ein Angebot beziehungsweise eine Plattform für die Menschen zu schaffen. Allerdings nimmt die Nachbarschaft die Bar nur zögerlich auf, sodass auch nach zwei Jahren ein Großteil der Besucher und Stammkunden aus Freunden der Betreiber besteht. Auch beschwert sich die direkte Nachbarschaft immer wieder über die erhöhte Lautstärke und ruft die Polizei. Der Ortsbezug spiegelt sich ebenso wenig in der Innen-  wie in der Außengestaltung der Einrichtung wider. Während die Inneneinrichtung sich auf Baden-Württemberg bezieht ist von außen keinerlei Zuordnung möglich, da Namensschild, Leuchtreklame oder sonstige Gegenstände, die auf den Barbetrieb schließen lassen, fehlen. Obwohl die Bar von den Alteingesessenen der Umgebung nicht genutzt wird, findet sie doch immer mehr Anklang bei den zugezogenen Mittzwanzigern. Die Gäste der Neuen Heimat Moabit e.V. sind moderne junge Menschen im Alter zwischen Zwanzig und Dreißig Jahren. Ihr gepflegtes und selbstsicheres Auftreten, ihre modischen Anziehsachen, das Interesse an den kulturellen Veranstaltungen sowie die gehobenen Preise (Bier für drei Euro und Wein für zwei Euro) weisen darauf hin, dass es sich bei der Kundschaft um Personen der bürgerlichen Mittelschicht handelt. Zwar wird seitens der Betreiber betont, dass dies nicht die bevorzugte Zielgruppe der Bar wäre, allerdings zieht das Angebot eindeutig ein gewisses Klientel an.

Die Gäste nutzen die Einrichtung um Freunde zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen. Während der teilnehmenden Beobachtung fiel auf, dass die Besucher innerhalb ihrer Tischgruppen kommunizierten und agierten. Die Veranstaltung, das Kiezquiz, hat jedoch dafür gesorgt, dass die Kommunikation kurz auf die gesamten Gäste überging. Insgesamt lag der Zweck des Besuches jedoch in der Kommunikation mit den Freunden innerhalb der eigenen Gruppe. Dies gilt auch für die Gruppe der Stammgäste die sich um die Theke versammelte um die Bardame zu integrieren. Die Bewirtungspraxis in Form von Selbstbedienung an der Theke hat nicht dafür gesorgt, dass sich die Gruppen durchmischt haben. Zwar wurden zwischen den Gästen und dem Personal freundliche Worte gewechselt, allerdings blieben die Gruppe der Stammgäste (inklusive der Bardame) und auch die anderen Gruppen unter sich.

 Bei der Neuen Heimat Moabit e.V. handelt es sich um eine Selbstverwirklichungskneipe, die versucht die Umgebung attraktiver zu machen und den Menschen etwas zu bieten.

Es wurde sowohl ein Photoessay (Photoessay), eine Teilnehmende Beobachtung (Beobachtung), als auch ein Interview (Interview ) durchgeführt die sich mit der Einrichtung beschäftigen.

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