Moabit in Statistiken

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Das Gebiet

 

Der Ortsteil Moabit befindet sich im westlichen Teil des Bezirkes Mitte. Im Allgemeinen betrachtet kann man sagen, dass in diesem Ortsteil vorrangig eine gute Mischung aus Wohnbauten, Gewerbebauten und auch Industrie herrscht. Probleme dieses Ortsteils sind unter anderem besonders an stark bewohnten beziehungsweise befahrenen Bereichen sehr gut zu erkennen. Neben dem Verkehrslärm, der damit zusammenhängende Schadstoffbelastung trägt die dichte Bebauung vorrangig aus der Gründerzeit, nicht zu einer Verbesserung der Situation herbei.

Das Gebiet wird auch vor allem dadurch geprägt, dass eben alle drei Bereiche von Wohnen, Gewerbe und Industrie nicht getrennt voneinander sind, sondern direkt ineinander übergreifen. Dies sorgt dann  mit unzureichenden Freiflächen und Grünflächen kombiniert mit zu hohen Dichten an Wohneinheiten zu einem unattraktiven Gebiet.

 

Durchschnittsalter In Jahren

Das Durchschnittsalter im Bezirk Moabit liegt zwischen 38 bis 40 Jahren, noch detaillierter betrachtet kann man sagen, dass das durchschnittliche Alter 39,1 Jahre sind. Somit befindet sich hier vorrangig überwiegend eine Bevölkerung mittleren Alters, die weder als jung noch als alt beschrieben werden kann.

Mit  71 389 Einwohnern in Moabit, macht Moabit mit dieser Zahl einen nahezu 20- prozentigen Anteil von Mitte aus. Der weibliche Anteil liegt hierbei mit 34 442 Einwohnerinnen bei 48,24%, woraus sich schließen lässt, dass der männliche Anteil etwas mehr dominiert als der weibliche Anteil, doch im Groben betrachtet herrscht hier ein Gleichgewicht der beiden Geschlechter.

Betrachtet man das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Migrationsanteil, liegt dieser  zwischen 30 – 35 Jahren, wobei der Großteil der Bewohner zwischen 27 und 45 (31%) Jahre alt sind. Im Vergleich dazu ( und als Referenzwerte zum Vergleich mit diversen anderen Bezirken in Berlin ) sehen die Zahlen in den anderen Beispiel-Bezirken folgendermaßen aus: Im Bezirk Kreuzberg liegt der Anteil bei 36%, in Friedrichshain bei 44% und in Wedding 29%.

Der Jugendliche Teil (Jugendqouotient) in Mitte liegt bei je 100 Personen bei 21,7; der Altenquotient hingegen bei 19,9. Im Vergleich hierzu liegt der Berliner Durchschnitt beim Jugendquotient je 100 Personen bei 21,8; der Altenquotient bei 26,6. Im Vergleichzum gesamten Berlin ist also der Schluss zu ziehen, dass in Mitte zwar der Jugendqoutient fast identisch ist (mit einer Abweichung von 0,1 %) mit dem Durchschnitt von Berlin, betrachtet man jedoch den Altenqoutient, so sieht man dass der Anteil an älteren Personen im Bezirk Mitte  im Vergleich zu Berlin geringer um einiges geringer ausfällt, und das mit einem Unterschied von -6,7%.

 

Einwohnerentwicklung

Während die Bezirke Neukölln, Friedrichshain oder Wedding sehr starken Wachstum verzeichnen, ändert sich in den Jahren zwischen 2005 und 2010 nichts Wesentliches.  So sind auch als Gegenbeispiele die Bezirke Hellersdorf und Hohenschönhausen aufzuführen, die einen Rückgang von -2 % verzeichnen.

Das Durchschnittsalter der Kinder und Jugendlichen in Moabit liegt im Bereich zwischen 15-17 Jahren. Diese Zahl ist im Vergleich dazu im Friedrichshain niedriger, wohingegen sie in den Bezirken Neukölln oder Kreuzberg höher zu verzeichnen ist. Des Weiteren ist Moabit der einzige Bezirk im Mitte, der einen rückgängigen Verlauf aufzeigt.

Ein Wanderungssaldo (auch als Wanderungsbilanz bekannt) bezeichnet die Differenz von Ein- und Auswanderungen eines Landes. Sie ist eine  Messgröße der Demografie eines Landes und kennzeichnet die Zu- und Abwanderung in einem definierten Zeitraum und einem begrenzten Gebiet. Somit betrug die Zahl des Wanderungsvolumens im Jahr 2010 in Moabit-Wedding und Neukölln-Nord über 37%, wobei das Wanderungssaldo in Moabit  seit 2009 um 0,2% abgenommen hat.  In den Aktionsräumen wie Spandau-Mitte und Nord-Marzahn / Nord-Hellersdorf nahm das Saldo hingegen zu.

Die Anzahl von Einwohnern und Einwohnerinnen mit Migrationshintergrund in Moabit liegt über 40%. Zu Einwohnern und Einwohnerinnen mit Migrationshintergrund zählen unter anderem Menschen, die selbst oder mindestens ein Elternteil eine Migrationsgeschichte vom herkömmlichen Land in ein anderes Land (in dem Fall Deutschland) erlebt hat.*1

Der hohe Wert von einem Migrationsanteil von 40%  ist auch in den Bezirken Neukölln und Kreuzberg vorzufinden, wohingegen der Anteil in Treptow Köpenick, Weißensee oder Pankow unter 10 % liegt.  Dieser große Unterscheid weist die hohe Dichte an Einwohnern mit Migrationshintergrund auf, mehr als ein Drittel der hier lebenden Bevölkerung stammt aus nichtdeutscher Herkunft.  Sie stammen aus zahlreichen Nationen wie der Türkei, den arabischen Ländern und neuerdings wird auch ein Zuwachs von den Einwanderern aus Rumänien und Bulgarien gekennzeichnet. Letztere womöglich aus dem Grund der vergleichsweise niedrigen Mieten in diesen Ortsteilen. Aus diesem Grund befindet sich hier auch vorüberwiegend eine Bevölkerungsschicht, die in sozial schwachen Verhältnissen leben.

Die bunte Mischung verschiedener Herkunften, Kulturen, Ländern und somit auch Sprachen führt leider auch dazu, dass gewisse Sprachbarrieren herrschen, die nicht überbrückt werden können. Die dadurch entstehenden Kommunikationsschwierigkeiten behindern somit den Aufbau eines Gemeinschaftsgefühls.

Die Abwanderung der besser behüteten und besser verdienenden Bevölkerunggschicht zu besseren Gebieten, und der Umkehrprozess, dass die Schicht, die weniger verdient, in das Gebiet Moabit ziehen, führt im Endeffekt zu dem bereits gezogenen Ergebnis.

 

Es leben in Moabit rund 32 000 Einwohner mit Migrationshintergrund, der Anteil der Jugendlichen  mit Migrationshintergrund ist in Moabit im Jahr 2010 auf 77,3 angestiegen, der unter 18 Jahren liegt bei nahezu 50%. Der Berliner Durchschnitt beträgt hierbei 43,5 %, die Prozentzahl in Neukölln liegt bei 80%.

 

Arbeitslosenanteil

Die Arbeitslosenanzahl in Berlin allgemein hat zwischen den Jahren 2005 – 2011 einen Rückgang von – 10 % verzeichnet. Für die Bundesagentur gilt jeder Deutsche zwischen 15 und 65 als arbeitslos, der nicht oder maximal 14 Stunden pro Woche arbeitet, sofort einen Stelle antreten könnte und sich bei einer zuständigen Stelle gemeldet hat.*2

In Bezug auf den Rückgang von Berlin allgemein, spielt sich ein ganz anderes Szenario in Moabit ab: hier hat die Zahl der Arbeitslosen zugenommen, der Anteil an Arbeitslosen liegt bei 14,6 %. Unter den ganzen Aktionsräumen lässt sich schließen, dass Moabit den problematischsten Aktionsraum von ganz Berlin hat. Auch was die Langzeitarbeitslosigtkeit betrifft, befindet sich Moabit in der Führungsposition. Bei der Jugendarbeitslosigkeit fällt der starke Rückgang von -3,3% zwischen den Jahren 2007 und 2010 auf. Im Vergleich zu den anderen Aktionsräumen, wurde der stärkste Rückgang von arbeitslosen Jugendlichen im Aktionsraum Moabit registriert. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass die allgemeine Arbeitslosigkeit in Moabit zugenommen hat, der stärkste Rückgang aber in der Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet wurde. Dies kann unter anderem mit den unterschiedlichen angelegten Altersgruppen der Bevölkerung zusammenhängen.

 

Zitatquellen:

*1) http://suite101.de/artic le/migrationshintergrund- a68047#axzz2O704nJ9N
*2) http://www.focus.de/finanzen/ news/arbeitsmarkt/arbeitslosig keit/tid-8427/arbeitslosenzah len_aid_231191.html

 

 

Quellen

– Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/

– http://ausbruchsversuche.de/mediapool/115/1150277/data/Berlin-Statistik_Be voelkerung12.pdf

– Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin
http://www.gsi-berlin.info/gsi_suchen.asp?anzeige=ja&CBFest=Kategorie;Man ager;Thema;Unterthema&kategorie=Gesundheitsdaten&manager=Bev%F6lke rung+und+bev%F6lkerungsspezifische+Rahmenbedingungen+des+Gesundhe itssystems&thema=Bev%F6lkerung&unterthema=Bev%F6lkerungsbewegung

– Geschlechterdifferenzierte Daten und Statistiken zur Lebenssituation von Frauen und Männern
http://www.berlin.de/sen/gender/statistik/db.html#5

– Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2011.
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/ basisdaten_stadtentwick lung/monitoring/download/2011/ karten/E24_SVpflichtBeschaeftigte2010LOR. pdf

– Amt für Statistik Berlin-Brandenburg — SB A I 5 – hj 1 / 12 Berlin

– Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2011.
URL:http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwick lung/monitoring/de/2011/tabellen02.shtml

– http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Moabit-West- Beusselstrasse.103.0.html

 

Emre Ünver

Berlin, 23.03.2013

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One thought on “Moabit in Statistiken

  1. PDF Version des Vortrags „Moabit in Statistiken“

    http://issuu.com/brustbeutel/docs/moabit_in_statistiken/3

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